Was ist Cost per View und welche Vorteile hat es gegenüber anderen Modellen?

Cost per View, kurz CPV, ist ein Begriff aus dem Bereich der Videowerbung. CPV steht für ein Abrechnungsmodell, das vor allem im Social-Media-Marketing und Video-Marketing verwendet wird.

Ähnlich wie CPO (Cost per Order) oder CPC (Cost per Click) erfordert dieses Kaufmodell eine bestimmte Aktion von Nutzer:innen, damit diese gezählt wird. Das bedeutet, dass bei dem CPV-Modell Werbetreibende nur für den tatsächlichen visuellen Kontakt mit einer Anzeige zahlen. Diese „visuellen Kontakte“ entstehen, wenn Nutzer:innen freiwillig eine Anzeige, wie z. B. ein Video, öffnen. Dass ein Video lediglich beim Scrollen im Feed oder in der Timeline auf Facebook erscheint, wird nicht als Aktion gezählt.

Die Bereitschaft, Werbung zu konsumieren, ist ein wesentlicher Vorteil des Cost-per-View-Kaufmodells, da das Risiko der „Banner-Blindheit“ relativ gering ist. Anzeigen, die Nutzer:innen nicht interessant finden, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht angeklickt und daher nicht nach dem CPV-Modell abgerechnet.

CPV für Videoanzeigen

Cost per View wird häufig für Videoanzeigen verwendet. Hierbei kann ein Klick auf Optionen wie „Abspielen“, „Überspringen“ oder „Erweitern“ als View gewertet werden. Es ist jedoch wichtig, das CPV-Kaufmodell von impressionsbasierten Kampagnen wie Cost per Impression (CPI) zu unterscheiden, da CPV eine Aktion von Nutzer:innen erfordert und nicht nur eine bloße Betrachtung. Der Vorteil von CPV besteht darin, dass Werbetreibende zwischen Personen unterscheiden können, die ein Video angesehen haben, und solchen, die es nicht getan haben. Als Publisher erhält man einen detaillierteren Einblick in die Nutzer:innen-Intention, also das Engagement, was wiederum eine wertvolle Datenbasis darstellt. Dies ist ein entscheidender Vorteil für performancebasierte Kampagnen zur Messung der Werbewirkung.

Ein weiterer Vorteil von CPV ist, dass die Daten mehr Transparenz bieten und somit das Budget besser kalkuliert werden kann. Schließlich erfolgt die Zahlung nur für Videoeinblendungen, die direkt von Nutzer:innen ausgelöst wurden.

Nachteile der Cost-per-View-Methode

Leider gibt es auch Nachteile beim Cost-per-View-Ansatz. Zum Beispiel im Fall von viralen Videos, bei denen Nutzer:innen das Video bis zum Ende anschauen und Werbetreibende nach dem CPV-Modell zur Kasse gebeten werden. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die Nutzer:innen an den im Video beworbenen Produkten, Dienstleistungen oder Marken interessiert sind.

CPV ist auch nicht das ideale Modell für Kampagnenziele wie Markenbekanntheit durch Branding-Kampagnen, da die langfristigen Effekte nicht direkt bewertet werden können.

Beispiel zur Berechnung von CPV

Die Berechnung von CPV ist relativ einfach. Dazu werden die durch die Platzierung des Videos entstandenen Werbekosten durch die Gesamtzahl der erzielten Views geteilt.

CPV Berechnung – Beispiel

  • Kosten = 100,00 EUR
  • Views = 2,500
  • CPV = 0.04

100 EUR / 2.500 Views = 0,04 EUR

Wenn also 100 € für Werbung ausgegeben werden und das Video 2.500 Mal angesehen wird, beträgt der CPV 0,04 €.

Cost per View im Amazon DSP-Netzwerk

Amazons Demand-Side-Platform (Amazon DSP) ermöglicht es Werbetreibenden, Display- und Videoanzeigen programmgesteuert zu kaufen. Das bedeutet, dass ihre Anzeigen in Bild- oder Videoformat auf anderen Websites ausgespielt werden können. Im Gegensatz zum CPV-Abrechnungsmodell basiert die Abrechnung im DSP-Netzwerk jedoch auf dem CPM-Modell (Cost per Mille). Das bedeutet, dass es einen Festpreis für 1.000 Seitenaufrufe gibt. Diese Art des Einkaufs basiert also auf der Sichtbarkeit der Anzeige.