{"id":3685,"date":"2017-12-04T17:23:00","date_gmt":"2017-12-04T16:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/ameo-agentur.de\/?p=3685"},"modified":"2025-03-16T13:26:38","modified_gmt":"2025-03-16T12:26:38","slug":"fernabsatzgesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ameo-agentur.de\/de\/wissen\/fernabsatzgesetz\/","title":{"rendered":"Was ist das Fernabsatzgesetz?"},"content":{"rendered":"\n<p>Vielen ist der Begriff\u00a0<strong>Fernabsatzgesetz\u00a0(FernAbsG)<\/strong>\u00a0noch recht bekannt, allerdings war es tats\u00e4chlich nur eine kurze Zeit aktiv. Am 1. Januar 2002 wurde das Fernabsatzgesetz n\u00e4mlich vom\u00a0<strong>Fernabsatzrecht<\/strong>\u00a0abgel\u00f6st. Der Zeitraum, in dem das Fernabsatzgesetz in Kraft trat, war vom 30. Juni 2000 bis zum 1. Januar 2002 und es wurde an diesem Tag vom Fernabsatzrecht ersetzt. Dieses ist seitdem im BGB, dem B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch, geregelt. Zu finden ist das\u00a0Gesetz im \u00a7 312b bis \u00a7 312d BGB.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wo und wann wurde das Fernabsatzgesetz angewandt?<\/h3>\n\n\n\n<p>Im Fernabsatzgesetz waren Regeln zum Verbraucherschutz festgelegt. Es bezog sich auf\u00a0<strong>Fernabsatzvertr\u00e4ge<\/strong>, die zwischen H\u00e4ndler:innen und K\u00e4ufer:innen mit Hilfe von Fernkommunikationsmitteln geschlossen wurden. Fernabsatzvertr\u00e4ge sind Kaufvertr\u00e4ge, die sich auf Produkte, aber auch auf Dienstleistungen beziehen. Fernkommunikationsmittel sind z. B. das Internet, Telefon, Kataloge usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch im Fernabsatzrecht geht es um diese Punkte. Im \u00a7 312b und \u00a7 312c BGB ist konkret beschrieben, was man unter Vertr\u00e4gen versteht, die au\u00dferhalb von Gesch\u00e4ftsr\u00e4umen geschlossen werden (\u00a7 312b BGB) und was man genau unter Fernabsatzvertr\u00e4gen (\u00a7 312c BGB) versteht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Fernabsatzrecht<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Fernabsatzrecht werden die Regeln aufgelistet, an die sich ein Unternehmen gegen\u00fcber K\u00e4ufer:innen halten muss, wenn es zu einem Fernabsatzvertrag kommt. Also bei Vertr\u00e4gen, die z. B. am Telefon, per E-Mail oder im Internet abgeschlossen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu welchen Informationen ist ein Unternehmen gegen\u00fcber Verbraucher:innen verpflichtet?<\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmer:innen haben gegen\u00fcber Verbraucher:innen eine Informationspflicht. Im B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch sind unter dem \u00a7 312d die Informationspflichten geregelt. H\u00e4ndler:innen, Dienstleister:innen o. \u00c4. sind verpflichtet, K\u00e4ufer:innen u. a. folgende Informationen zu geben:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Unternehmer:innen m\u00fcssen eine genaue Gesch\u00e4ftsanschrift angeben.<\/li>\n\n\n\n<li>Sie m\u00fcssen die zentralen Eigenschaften der Ware oder der Dienstleistung benennen.<\/li>\n\n\n\n<li>Unternehmer:innen m\u00fcssen den kompletten Preis angeben, inklusive der Angabe aller Steuern und Abgaben, die f\u00fcr die Ware oder Dienstleistung anfallen. Wenn der Preis nicht im Vorfeld bestimmt werden kann, m\u00fcssen sie die Preisberechnung angeben oder aber auch die Kund:innen bez\u00fcglich eventuell anfallender Kosten unterrichten.<\/li>\n\n\n\n<li>Des Weiteren m\u00fcssen Unternehmer:innen die Zahlungs-, Lieferungs- und Leistungsbedingungen nennen. Au\u00dferdem m\u00fcssen sie einen Termin nennen, bis zu dem die Ware ausgeliefert oder aber die Dienstleistung umgesetzt sein muss.<\/li>\n\n\n\n<li>Weitere Angaben, zu denen Unternehmer:innen verpflichtet sind, sind im Artikel 246a des Einf\u00fchrungsgesetzes zum B\u00fcrgerlichen Gesetzbuche zu finden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem sind Unternehmer:innen bei Fernabsatzvertr\u00e4gen verpflichtet, K\u00e4ufer:innen \u00fcber ihr Widerrufsrecht zu informieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Widerrufsrecht im Fernabsatzgesetz<\/h3>\n\n\n\n<p>Im B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch unter \u00a7 312g ist das Widerrufsrecht zu finden, dass auch f\u00fcr Fernabsatzvertr\u00e4ge gilt. Dem wiederum liegt der \u00a7 355\u00a0<strong>Widerrufsrecht bei Verbrauchervertr\u00e4gen<\/strong>\u00a0aus dem BGB zu Grunde. Aus diesem geht u. a. hervor, dass K\u00e4ufer:innen innerhalb von 14 Tagen die M\u00f6glichkeit haben, ohne Angabe von Gr\u00fcnden, den abgeschlossenen Vertrag aufzuheben. Nat\u00fcrlich sind Kund:innen verpflichtet, die bereits erhaltene Ware o. \u00c4. zur\u00fcck an die H\u00e4ndler:innen zu senden.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Onlineh\u00e4ndler:innen r\u00e4umen ihren Kund:innen auch l\u00e4ngere Fristen f\u00fcr den Widerruf des Kaufvertrages ein. Auf <a href=\"https:\/\/ameo-agentur.de\/de\/wissen\/handler-hinweis-os\/\">Amazon<\/a> gilt seit einiger Zeit f\u00fcr alle H\u00e4ndler:innen eine Widerrufsfrist von 30 Tagen \u2013 unabh\u00e4ngig, ob der Artikel via\u00a0<a href=\"https:\/\/ameo-agentur.de\/de\/wissen\/25-amazon-tools\/\">FBA<\/a>\u00a0oder\u00a0FBM\u00a0verschickt wird. Der Onlineshop und Marktplatz Zalando ist ebenfalls f\u00fcr eine sehr k\u00e4uferfreundliche Auslegung bekannt \u2013 hier gelten sogar 100 Tage Widerrufsfrist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielen ist der Begriff\u00a0Fernabsatzgesetz\u00a0(FernAbsG)\u00a0noch recht bekannt, allerdings war es tats\u00e4chlich nur eine kurze Zeit aktiv. Am 1. Januar 2002 wurde das Fernabsatzgesetz n\u00e4mlich vom\u00a0Fernabsatzrecht\u00a0abgel\u00f6st. Der Zeitraum, in dem das Fernabsatzgesetz in Kraft trat, war vom 30. Juni 2000 bis zum 1. Januar 2002 und es wurde an diesem Tag vom Fernabsatzrecht ersetzt. 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