{"id":3424,"date":"2020-09-09T12:40:00","date_gmt":"2020-09-09T10:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/ameo-agentur.de\/?p=3424"},"modified":"2025-03-07T17:12:17","modified_gmt":"2025-03-07T16:12:17","slug":"behavioral-pricing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ameo-agentur.de\/de\/wissen\/behavioral-pricing\/","title":{"rendered":"Was ist Behavioral Pricing?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das <strong>Behavioral Pricing<\/strong>, zu Deutsch <strong>verhaltensbezogene <a href=\"https:\/\/ameo-agentur.de\/de\/wissen\/a10-amazon-algorithmus\/\">Preisgestaltung<\/a><\/strong>, bezeichnet die Anpassung des Preises basierend auf dem Verhalten von potenziellen Nutzer:innen. Behavioral Pricing ist dabei ein relativ neuer Ansatz in der <strong>Preispolitik<\/strong>, der nur auf Grundlage einer gro\u00dfen Datenmenge stattfinden kann. Das Verhalten der Nutzer:innen wird dabei auf Grundlage verschiedenster Wege bestimmt. Dabei werden Suchverl\u00e4ufe von Browsern, die Customer Journey und demografische Daten von Profilen auf sozialen Netzwerken gesammelt und analysiert. Damit soll eine m\u00f6glichst genaue Einsch\u00e4tzung der psychologischen und emotionalen Verhaltensweisen der Nutzer:innen erm\u00f6glicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies bietet H\u00e4ndler:innen die M\u00f6glichkeit, anhand von Daten der Online-Identit\u00e4t gezielt Preise von Produkten zu erh\u00f6hen, bei denen sie wissen, dass die Kaufwahrscheinlichkeit hoch ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Grundlage von Behavorial Pricing<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Behavioral-Pricing-Strategie versucht man, eine emotionale Komponente im Entscheidungsverhalten der Nutzer:innen zu ber\u00fccksichtigen. Denn in der klassischen Preistheorie wird meistens davon ausgegangen, dass sich Kund:innen allein rational aufgrund von Kosten-Nutzen-Vorteilen entscheiden. Daf\u00fcr m\u00fcsste aber auch eine vollkommene \u00dcbersicht \u00fcber alle Preise vorherrschen, die so in der Realit\u00e4t aufgrund der Masse von Angeboten nicht existiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jedoch tritt dieser Fall nur selten ein, und Kund:innen verhalten sich meist nicht rational. Sie lassen sich von Gr\u00f6\u00dfen wie Markenbekanntheit oder ihrem eigenen Kapital auch emotional beeinflussen. Au\u00dferdem verhalten sich Kund:innen in ihrem Kaufverhalten nicht immer linear, also folgen nicht dem Schema Kaufinteresse -&gt; Informationssuche -&gt; Kaufentscheidung. Ganz im Gegenteil: H\u00e4ufig brechen Kund:innen ihre K\u00e4ufe vor allem im Onlinebereich auch ab und kommen zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt wieder, um diesen abzuschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Behavioral Pricing r\u00fcckt die <strong>emotionalen, psychologischen und kognitiven <a href=\"https:\/\/ameo-agentur.de\/de\/wissen\/amazon-a9\/\">Faktoren<\/a><\/strong> in den Mittelpunkt und versucht, den Entscheidungsweg f\u00fcr ein Produkt bzw. f\u00fcr den Preis der einzelnen Konsument:innen zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie funktioniert Behavioral Pricing?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Behavioral Pricing ersetzt die klassischen Preis-Modelle nicht, sondern erweitert dieses Modell. Dabei wird von Beginn an davon ausgegangen, dass die Entscheidung viel komplexer ist als urspr\u00fcnglich angenommen und mehrere Aspekte in die Entscheidungen mit eingebunden werden. Dabei wird zum Beispiel hinterfragt, wie Kund:innen Preisinformationen aufnehmen, darauf reagieren und wie sie diese Informationen nutzen und verarbeiten. Das Behavioral-Pricing-Prinzip basiert auf einem Reiz-Reaktionsschema. Dabei erhalten die Kund:innen einen Stimulus oder Reiz, den sie verarbeiten und subjektiv beurteilen. Nach dieser Beurteilung auf Basis von unterschiedlichen Faktoren folgt eine Reaktion, wie zum Beispiel ein Kauf oder ein Kaufabbruch.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die drei Phasen der Preisinformation beim Behavioral Pricing<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Regel gibt es drei Phasen, die im Behavioral Pricing aus Kund:innensicht relevant sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Das ist zum einen die <strong>Preisinformationsaufnahme<\/strong>, diese findet immer zuerst statt. Bei der Preisinformationsaufnahme nehmen Kund:innen alle Informationen bez\u00fcglich des Preises eines Produkts auf. Sie schauen sich die verschiedenen Angebote an, die unterschiedlichen Ausstattungsmerkmale sowie Vor- und Nachteile der Produkte und nehmen vielleicht <a href=\"https:\/\/ameo-agentur.de\/de\/wissen\/frequently-returned-item\/\">Bewertungen<\/a> wahr, um eine m\u00f6glichst objektive Ausgangslage zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Im n\u00e4chsten Schritt kommt es zur <strong>Preisinformationsbeurteilung<\/strong>. In dieser Phase sind die subjektiven Empfindungen von Bedeutung. Alle vorher nur aufgenommenen Informationen werden jetzt beurteilt und interpretiert. In dieser Phase werden auch pers\u00f6nliche Informationen wie das Kapital oder eine Tendenz zu bestimmten Marken ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. In der dritten Phase, der <strong>Preisinformationsreaktion<\/strong>, wird eine Entscheidung von Kund:innen getroffen. Im Optimalfall ist dies ein Kauf, es kann aber auch zu einem Kaufabbruch oder lediglich zu einem Kaufaufschub kommen. Sobald der Kauf nur aufgeschoben wird, startet der Prozess im Grunde neu.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Funktionsweise von Behavioral Pricing am Beispiel Amazon aus Kundensicht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein:e potenzielle:r K\u00e4ufer:in ist auf der Suche nach einem neuen Produkt, in diesem Beispiel nach einem Regenschirm. Daf\u00fcr wird die Amazon-Suche genutzt, um verschiedene Angebote, Preise sowie Vor- und Nachteile zu vergleichen.  Im n\u00e4chsten Schritt werden die verf\u00fcgbaren Optionen subjektiv bewertet. Beispielsweise k\u00f6nnte ein Regenschirm mit Muster besonders ansprechend sein, weil die Optik aufgrund einer guten finanziellen Lage wichtiger ist als kleinere Preisunterschiede. Abschlie\u00dfend folgt die Entscheidung. In diesem Fall wird das Angebot zun\u00e4chst aufgeschoben. Nach einigen Tagen erfolgt eine R\u00fcckkehr zum urspr\u00fcnglichen Angebot, wobei ein leichter Preisanstieg bemerkt wird. Schlie\u00dflich wird der Kauf abgeschlossen, da ein weiterer Anstieg des Preises erwartet wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Funktionsweise von Behavioral Pricing am Beispiel Amazon aus H\u00e4ndlersicht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als H\u00e4ndler:in bei <a href=\"https:\/\/ameo-agentur.de\/de\/wissen\/handler-hinweis-os\/\">Amazon<\/a> hast du die M\u00f6glichkeit, dir zu deinen Produkten Kennzahlen wie Klicks und den Traffic anzuschauen. \u00dcber diese hast du die M\u00f6glichkeit, die Reaktion auf die Preise abzusch\u00e4tzen. Dies wird besonders deutlich an einem Beispiel: Ein:e H\u00e4ndler:in verkauft Regenschirme mit Muster. Der Preis ist bei 9,99 \u20ac angesetzt. Nun beobachtet er:sie f\u00fcr eine Weile die Kennzahlen sowie die Preise der Konkurrenz und bemerkt, dass er:sie gut verkauft, allerdings auch deutlich g\u00fcnstiger ist als die Konkurrenz. Daraufhin m\u00f6chte der:die H\u00e4ndler:in den Preis und damit die Marge erh\u00f6hen und setzt den Preis auf 11,99 \u20ac. Daraufhin ver\u00e4ndern sich die Klicks und K\u00e4ufe in diesem Beispiel kaum, und er:sie m\u00f6chte den Preis nochmal erh\u00f6hen und setzt den Preis auf 13,99 \u20ac. Dies beobachtet er:sie f\u00fcr einige Tage, bemerkt jedoch, dass weniger Kund:innen den Regenschirm aufrufen oder zur Seite zur\u00fcckkehren, und setzt den Preis daraufhin wieder runter. So hat er:sie nicht den bestm\u00f6glichen Preis, allerdings den optimalen Preis, bei dem der:die H\u00e4ndler:in bei einer gleichzeitig hohen Marge viel verkaufen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Anpassung auf jede:n einzelne:n Kund:in ist bei Amazon nicht m\u00f6glich, da kein Aufschluss dar\u00fcber gegeben werden kann, wie oft ein:e einzelne:r Kund:in das Produkt aufgerufen hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bedeutung von Behavioral Pricing f\u00fcr die Suchmaschinenoptimierung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da es beim Behavioral Pricing darum geht, die Entscheidung der Kund:innen mithilfe von pers\u00f6nlichen Daten und dem Online-Verhalten nachvollziehen zu k\u00f6nnen, k\u00f6nnen jegliche gesammelten Daten eingesetzt werden, um das bestm\u00f6gliche Ergebnis, also einen Kauf mit einer m\u00f6glichst hohen Marge, zu erzielen. Alle Daten, die \u00fcber das Verhalten der Kund:innen online gesammelt werden, k\u00f6nnen genutzt werden, um den <strong>optimalen Preis<\/strong> zu bestimmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch ist nicht klar, ob der Behavioral-Pricing-Ansatz langfristig positive Folgen hat, da Kund:innen sich durch eine Ver\u00e4nderung des Preises auch f\u00fcr ein anderes Produkt entscheiden k\u00f6nnten. Denn aus Kund:innensicht ist Behavioral Pricing ein Nachteil. F\u00fcr H\u00e4ndler:innen jedoch k\u00f6nnen durch die Beobachtung der Preise der Konkurrenz und durch die Beobachtung des Verhaltens der Kund:innen neue M\u00f6glichkeiten der Preisgestaltung entstehen, welche als ein Wettbewerbsvorteil genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Behavioral Pricing, zu Deutsch verhaltensbezogene Preisgestaltung, bezeichnet die Anpassung des Preises basierend auf dem Verhalten von potenziellen Nutzer:innen. 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